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Fortbildung „Gewalt in der Pflege“

Bad Hersfeld

Am 15. und 16. Oktober 2015 fand zum Thema „Gewalt in der Pflege“ eine zweitägige Fortbildung für Demenzbegleitkräfte nach § 87 b in unserer Altenpflegeschule in Bad Hersfeld unter der Leitung von Lehrkraft Erika Christ statt. Während dieser Fortbildung setzten sich die Teilnehmerinnen mit den Formen und Ursachen der Gewalt und der Gewaltprävention auseinander.

„Menschen, die miteinander zu schaffen haben, machen einander zu schaffen“

72 % der Pflegekräfte gaben in Studien an, in den letzten 12 Monaten verbale Gewalt, erlebt zu haben. 42 % gaben an, körperlich angegriffen worden zu sein (Vgl. Nau/Oud/Walter2012). Gerade im Pflege- und Betreuungsbereich ist man „hautnah“ bei den Bewohnern und dies kann im besonderen Maße zu Eskalationen führen. Ängste, persönliche Krisen, Krankheitsschübe, Schmerzen, Trauer, aber auch ein „Nicht-mehr-verstehen-können“ bei Menschen mit Demenz, können der Auslöser für verbale und körperliche Aggressionen sein, die von den zu pflegenden Personen ausgehen.

Die Teilnehmerinnen beschäftigten sich auch mit den Ursachen für innerfamiliäre Gewalt bei einer Pflegeübernahme durch Angehörige. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung unter oft nicht leichten Bedingungen führt häufig zu einer körperlichen und vor allem auch psychischen Überforderung bis hin zur totalen Erschöpfung. Hier ist es besonders wichtig, dass Pflege- und Betreuungskräfte die Anzeichen der Überforderung frühzeitig erkennen und Hilfestellung und Rat anbieten.

Genauer beleuchtet wurden außerdem die Ursachen für Gewalt, die von Pflege- und Betreuungskräften ausgeht: Von der psychischen Gewalt, der körperlichen Gewalt, der Unterlassung von Pflege- und Hilfsmaßnahmen, bis hin zu Fixierungsmaßnahmen. Auch hier stand die Überforderung durch zum Teil fehlendes Fachwissen, gerade beim Umgang von Menschen mit Demenz im Vordergrund. Aber auch ein schlechtes Betriebsklima, Konkurrenzdenken, fehlende gegenseitige Hilfestellung, mangelnder Informationsaustausch und knappe personelle Ressourcen sowie steigende Anforderungen erschweren den Arbeitsalltag.

„Doch was tue ich in Zukunft anders und idealerweise besser?“

Gewaltpräventionsmaßnahmen und Alternativen wurden genau besprochen. Anhand von verschiedenen Fallbeispielen wurde eine Fallkonferenz nach der bedürfnisorientierten Methode bearbeitet. Worin besteht das Problem konkret? Was ist der Betroffene für eine Person? Was könnten die Erklärungen für sein Verhalten sein? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Was führt wann, wie, wo zu seinem Verhalten? Wie verhält sich das Team? Wie sind die äußeren Bedingungen? Welche Ziele und Maßnahmen können zur Zielerreichung getroffen werden?

Am zweiten Tag ging dann Rechtsanwalt Timo Küllmer näher auf die rechtliche Grundlage der Haftbarkeit ein und auf die Anforderungen bei Fixierungen jeglicher Art. Kursleitung Erika Christ setzte danach mit verschiedenen Stressbewältigungsstrategien fort. „Wichtig ist es auch, eigene Grenzen zu erkennen. Hilfe zu suchen und anzunehmen“, sagt sie.

Zum Abschluss der Veranstaltung konnten dann alle Teilnehmerinnen eine „Mediation zur Entspannung“ erfahren. Denn „nur im ruhigen Gewässer, erkennt man sein eigenes Spiegelbild“.

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