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Zu Gast auf einem Forschungsschiff

Oldenburg

Am 19.11.2014 machten sich die Oldenburger BTAs auf nach Bremen, um das modernste Forschungsschiff der Welt zu besichtigen - die „Sonne“. Die BTA-Schülerin Jessica Grams berichtet selbst:

Schon beim äußeren Anblick des Schiffes waren wir beeindruckt. Nach dem Zutritt auf das Schiff begann der Rundgang mit der Besichtigung der oberen Decks und dem Steuerstand. Von dort aus ging es weiter ins Innere des Schiffes, wo zahlreiche Labore mit Informationsequipment ausgestattet waren.

In einem Labor (Thema Klima) gab es viele Informationen darüber, welche Auswirkungen die Meeresströmungen auf das Klima ausüben – denn das Klima der Erde wird wesentlich von den Ozeanen mitbestimmt. Als besonderes Anschauungsmaterial gab es eine digitale Karte mit dem globalen Strömungssystem. Auf dieser Karte waren einige wichtige Punkte aufgezeigt, die durch ein Antippen näher erläutert wurden (teilweise mit Videoeinlagen) – so z.B. über die Arktis.

In einem weiteren Labor (Thema Meeresboden) gab es Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten den Meeresboden zu beproben. So wurde z.B. ein kleines Modell des MeBo 200 (Meeresboden Bohrgerät) ausgestellt, welches bis zu 200 m in den Meeresboden eintauchen kann. Dieses Gerät wurde vergleichend (Vor- und Nachteile) mit weiteren Beprobungsgeräten dargestellt z.B. dem Schwerelot. Ebenso haben wir erfahren, wie eine detaillierte Kartierung des Meeresbodens vonstattengeht. Diese Vorgänge sind sehr wichtig, um die Entwicklung des Klimas abschätzen zu können. Das Sediment des Meeresbodens gibt Aufschluss über vergangene Klimaverhältnisse, denn Überreste der Lebenswesen enthalten Informationen über die damaligen Umweltbedingungen und markante Ereignisse (Vulkaneruptionen, Meeresspiegelschwankungen).

Biodiversität der Tiefsee war ein weiteres Thema, welches sich auf die Foraminiferen beschränkte. Diese Organismen sind Kalkschaler, mikroskopisch klein und bevölkern die Ozeane schon seit Jahrmillionen. Aufgrund dessen sind sie entscheidende Zeitzeugen vergangener Klimaereignisse. Es gab die Möglichkeit sich Foraminiferen unterm Binokular anzusehen.

Im Weiteren gab es Anschauungsmaterial zu Korallen von denen ebenfalls für wissenschaftliche Zwecke kleine Beprobungen mit entsprechenden Tauchrobotern erfolgen. Es wurde insbesondere auf die Problematik der klimatischen Veränderungen hingewiesen. Wie reagieren die Organismen auf immer saurer werdende Ozeane? – war eine der Fragen. Denn ein Großteil des CO2-Gehalts in der Atmosphäre wird von den Ozeanen aufgenommen. In einem sauren Milieu ist es z.B. schwieriger Kalk auszubilden – dramatische Folgen u.a. für Kalkschaler.

Bei dem Thema Rohstoffe aus der Tiefsee wurden mögliche Metalllieferanten aus der Tiefsee vorgestellt. So gibt es inder Tiefsee Manganknolle, Massivsulfide und Eisen-Mangan-Krusten. Auch die Stoffkreisläufe im Meer waren ein Thema – mit Abbildungen zum Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf. Die Frage „Welche Farbe hat das Meer?“ wurde super erklärt. Denn reines Wasser ist farblos aber Meerwasser erscheint blau. Sind aber wenige Substanzen im Meerwasser gelöst, dringt das weiße Sonnenlicht tief ins Meer ein. Je mehr es eindringt, desto mehr verschwinden seine langwelligen Rot- und Grünanteile – die blauen Anteile bleiben übrig. Im letzten Labor gab es Informationen zu dem Thema Naturgefahren wie Seebeben (Tsunami). In diesem Labor wurde digital dargestellt und vorgetragen wie ein Tsunami zu Stande kommt und welche Frühwarnsysteme es gibt. Im Besonderen wurde bei diesem Thema auf das Seebeben vor Japan und die Möglichkeiten der marinen Seismik (mit Schallwellen einen Blick in den Meeresuntergrund) eingegangen. Bevor der Rundgang raus auf das Achterdeck ging, kamen wir in einen großen Raum. Dort lagen 15,24 m lange Sedimentproben von 1991, die aus 3692 m Tiefe mit dem Schwerelot im Guinea-Becken vor der Küste Afrikas genommen wurden. Zudem war ein Diorama mit Technologien für die Tiefseeforschung aufgebaut.

Draußen auf dem Achterdeck konnten wir uns allerhand Geräte ansehen, die für die wissenschaftliche Arbeit auf See eingesetzt werden (Entnahme von Wasser- und Sedimentproben, Meeresbodenkartierung,…). Neben jedem Gerät war eine Tafel mit Informationen aufgestellt.

Ein Highlight war die Simulation vom Tauchroboter MARUM-quest in einem Container. Die Wissenschaftler steuern diesen Tauchroboter über eine Kabelverbindung von Bord aus. Die Simulation dient als Training für die Tiefsee und wer wollte, konnte selbst einmal zum Pilot des Tauchroboters werden. Mit dem Tauchroboter können die Wissenschaftler den Meeresboden in bis zu 4000 m Tiefe erforschen. Es können Messungen vorgenommen und gezielt Proben eingesammelt werden. Auch Videos und Fotos der Tiefsee sind möglich.

Aber nicht nur über die Arbeit der Wissenschaftler an Deck wurde aufgeklärt sondern auch darüber, wer das Forschungsschiff die Sonne nutzt und was notwendig ist, um eine solche Forschungsreise antreten zu können. Am Anfang steht die Projektidee, die wissenschaftlich begutachtet wird. Erst danach werden Schiffszeiten vergeben. Doch das ist noch nicht alles. Es müssen Forschungsgenehmigungen eingeholt und betroffene Hafenbehörden informiert werden. Von der Projektidee bis zur Forschungsreise vergehen gut und gerne 2-3 Jahre.

Fazit des Ausflugs: der Besuch auf dem Forschungsschiff „Sonne“ war beeindruckend. Es handelt sich wirklich, um ein hochmodernes Forschungsschiff! Es gab unheimlich viel zu sehen und zu erfahren. Wichtige Forschungsthemen wurden auf einzelne Labore aufgeteilt und super anschaulich präsentiert. Auch für Fragen stand immer jemand zur Verfügung! Es konnten viele Eindrücke über das Leben und die Arbeit der Wissenschaftler gewonnen werden.

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