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2025/08/29

Das Wichtigste in der Therapie ist Spaß: Lehrerin Andrea über die Logopädie-Ausbildung

„Spielen – Entdecken – Sprache fördern: Hilfen für den Sprachaufbau: Die Sprachumgebung von Kindern bereichern“ unter diesem Motto steht der diesjährige Tag der Logopädie. Du willst wissen inwieweit das Motto Teil der Logopädie-Ausbildung ist? Das verrät dir Logopädie-Lehrerin Andrea von den Ludwig Fresenius Schulen Bochum im Interview!

Jedes Jahr am 06. März findet der Tag der Logopädie statt. Dieses Jahr steht der Welttag unter dem Motto:
Spielen – Entdecken – Sprache fördern: Hilfen für den Sprachaufbau: Die Sprachumgebung von Kindern bereichern.
Zu diesem Anlass haben wir uns mit unserer Lehrerin Andrea, die Lehrerin für Logopädie-Ausbildung an den Ludwig Fresenius Schulen Bochum ist, unterhalten.

Warum sind Sie Logopädin geworden? 

Für die Logopädie habe ich mich entschieden, weil ich mich von jeher für Sprache interessiert habe und es sehr spannend finde, aus medizinischer Sicht auf individuelle Prozesse der Sprachentwicklung sowie Sprachverwendung zu schauen und Menschen in diesen Prozessen zu unterstützen.

Welche Aufgaben als Lehrerin in der Logopädie-Ausbildung? 

Als Lehrlogopädin vermittle ich jungen Menschen Kenntnisse darüber, wie sich Störungen des Wortschatzes, der Schriftsprache und des Erzählens bei Kindern bemerkbar machen und wie diese therapiert werden können.
Ein weiteres Schwerpunktthema bildet die Mehrsprachigkeit.
Es macht mir große Freude, die Erfahrungen weitergeben zu können, die ich in vielen Praxisjahren erworben habe.

Was ist das Motto des diesjährigen Tages der Logopädie und was bedeutet es für Sie? Inwieweit ist das Thema für Sie im Rahmen der Ausbildung relevant?

Das Motto lautet: Spielen – Entdecken – Sprache fördern: Hilfen für den Sprachaufbau: Die Sprachumgebung von Kindern bereichern

Im Unterricht zum Thema Mehrsprachigkeit ist es mir sehr wichtig, einige sprachliche Strukturen herauszugreifen und meine Schüler auf spielerische und kontrastierende Weise entdecken zu lassen, wie unterschiedlich verschiedene Sprachen funktionieren.
So lässt sich besser verstehen, warum Menschen mit einer bestimmten Muttersprache bestimmte Konstruktionen bilden, die vom Deutschen abweichen.

Welche Rolle spielt das Thema für Sie im Alltag? 

In meinem logopädischen Alltag liebe ich es, Kindern auf spielerische Weise über sprachliche Inhalte Weltwissen zu vermitteln und so mit ihnen gemeinsam die Welt zu entdecken. Das können verschiedene Themenbereiche sein, aber auch Zeitkonzepte wie Gegenwart und Vergangenheit.
Am wichtigsten ist mir dabei aber, meinen kindlichen Patienten sowie auch meinen erwachsenen Patienten mit Behinderung mehr Möglichkeiten zu vermitteln, wie sie durch Sprache handeln können.
Das Ziel solcher „Sprachspiele“ ist, mehr Selbstwirksamkeit im Alltag zu erfahren.

Welche Tipps würden Sie angehenden Logopäden zu dem Thema mitgeben?

Es mag wohl eine logopädische Binsenweisheit darstellen, dennoch möchte es erwähnen: Wenn Kinder in der Therapie Spaß haben, sich am Spiel erfreuen, dann ist die Chance sehr viel größer, dass sie diese Freude auch mit der Nutzung von Sprache verbinden. So wächst die Sprechfreude. Auch für unsere Schüler ist das Motto relevant. In der Ausbildung lernen sie, wie sie spielerisch mit ihren Patienten arbeiten. Außerdem lernen sie, wie sie die Eltern und Angehörigen der Patienten beraten können, um die Sprachentwicklung bestmöglich zu fördern.

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke in den Beruf und die Ausbildung von Logopäden!

Autorin

Sarah Schunk