Im Rahmen des Dysphagieunterrichts an den Ludwig Fresenius Schulen Bochum haben die Schülerinnen der Logopädie-Ausbildung eine Verkostung hochkalorischer Drinks und Puddings in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen durchgeführt. Ziel war es, die Bedeutung dieser Produkte für die Versorgung von Dysphagiepatient:innen erfahrbar zu machen.
Viele Betroffene können nur eingeschränkt essen und trinken, benötigen aber gleichzeitig eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr. Speziell angepasste, hochkalorische Produkte ermöglichen es, bereits mit kleinen Mengen viele Kalorien aufzunehmen – bei gleichzeitig angepasster Konsistenz und möglichst sicherem Schlucken.
Aufschlussreiche Lebensmittelverkostung
Für die Verkostung erhielten die Teilnehmenden kostenlose Produktmuster der Firmen Nutricia und Fresenius Kabi. Die Schülerinnen verglichen die speziell entwickelten Drinks und Puddings mit herkömmlichen Lebensmitteln wie Joghurt oder Wackelpudding. Dabei arbeiteten sie Unterschiede in Konsistenz, Nährstoffdichte, Schlucksicherheit sowie Vor- und Nachteile für den therapeutischen Alltag heraus. Deutlich wurde, dass herkömmliche Produkte zwar oft vertrauter schmecken, jedoch nicht immer die nötige Konsistenzstabilität oder Kaloriendichte bieten.
Geschmacklich wurden die hochkalorischen Drinks und Puddings von den Schülerinnen unterschiedlich wahrgenommen. Konsistenz und Aroma waren teilweise ungewohnt, was die spätere Situation von Patient:innen gut widerspiegelt. Während einige besonders die Sorten Kaffee oder Schokolade mochten, bevorzugten andere fruchtige Varianten wie Apfel oder Aprikose oder auch Sorten wie Keks. Diese Vielfalt bietet im Alltag die Chance, individuelle Vorlieben zu berücksichtigen.
Vor- und Nachteile der Drinks und Puddings für Patient:innen
Für Dysphagiepatient:innen ergeben sich aus dem Einsatz solcher Produkte sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Chancen liegen vor allem in der sicheren Nahrungsaufnahme, der hohen Energiezufuhr bei kleinen Portionsgrößen und der Zeitersparnis im Alltag. Herausforderungen können die Akzeptanz der ungewohnten Konsistenz, monotone Geschmackserlebnisse oder eine anfängliche Ablehnung sein. Umso wichtiger sind eine gute Beratung, das Ausprobieren verschiedener Sorten und eine empathische Begleitung durch Therapeut:innen.
Die Verkostung stellte für unsere Schülerinnen eine wertvolle praxisnahe Erfahrung dar. Sie förderte nicht nur fachliches Wissen, sondern auch das Verständnis für die Perspektive von Betroffenen – ein wichtiger Baustein in der logopädischen Ausbildung.





