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2025/09/01

Koblenz

Romanlektüre und Suchtprävention im Deutschunterricht

Koblenz

Im Deutschunterricht der BTA-Ausbildung an den Ludwig Fresenius Schulen Koblenz stand in diesem Frühjahr das Buch 22 Bahnen von Caroline Wahl im Mittelpunkt. Die Geschichte der jungen Protagonistin Tilda, die mit einer alkoholkranken Mutter lebt, Verantwortung für ihre kleine Schwester übernimmt und zugleich Studium sowie Nebenjob meistert, bot reichlich Stoff für intensive Diskussionen.

Im Fokus stand dabei insbesondere der Umgang mit familiären Belastungen und den Auswirkungen einer Suchtproblematik auf das soziale Umfeld.

Authentische Einblicke durch persönliche Lebensgeschichten

Um das Thema aus dem Roman auch in die Lebenswirklichkeit zu überführen, besuchten im Mai zwei Mitglieder der Anonymen Alkoholiker die Klasse und berichteten offen über ihren Weg in und aus der Abhängigkeit. Dabei standen sie den Schülern auch für persönliche Fragen zur Verfügung. Die Begegnung ermöglichte einen direkten und zugleich geschützten Austausch über ein Thema, das immer noch zu oft tabuisiert wird.

Durch die Kombination aus literarischer Analyse und realen Erfahrungsberichten wurde das Thema Alkoholabhängigkeit auf mehreren Ebenen greifbar. Die Schüler konnten Parallelen zwischen der fiktiven Geschichte und den Erzählungen der Gäste ziehen und entwickelten ein tieferes Verständnis für die Vielschichtigkeit der Suchtproblematik. Die Literatur diente als Türöffner für Gespräche, die über das Klassenzimmer hinaus Wirkung entfalten könnten.

Die Veranstaltung leistete nicht nur einen Beitrag zur fachlichen Auseinandersetzung mit Literatur, sondern war auch ein wertvoller Baustein in der Suchtprävention. Die Offenheit der Gäste und die thematische Verknüpfung mit dem Roman machten deutlich, wie wichtig frühe Aufklärung und Reflexion über gesellschaftlich relevante Themen sind.