Alexandra Bach ist Schulleiterin im Bereich Pharmazeutisch-technische Assistenz (PTA) an den Ludwig Fresenius Schulen Koblenz. Auf ihrem Weg dorthin absolvierte sie eine Ausbildung zur Apothekenhelferin, was heute gleichbedeutend mit der Bezeichnung Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte ist. Im Anschluss absolvierte sie selbst von 1987 bis 1990 die PTA-Ausbildung an der Schule, für die sie heute tätig ist. Nach dem Pharmaziestudium an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn arbeitete sie einige Jahre als Apothekerin in öffentlichen Apotheken. 2003 kehrte sie an ihre „alte“ Schule als Dozentin zurück und leitet seit 2008 den Fachbereich PTA.
Frau Bach, sie sind bereits seit 23 Jahren in der Ausbildung von Pharmazeutisch-technischen Assistent:innen tätig. Welche Erinnerungen kommen Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie die bisherige Zeit Revue passieren lassen?
Ich kann auf 23 schöne, manchmal schwierige, oft ereignisreiche, immer wieder erfolgreiche Jahre zurückblicken. Mit dieser Schule verbinden sich mehr Lebensläufe, als man sich ad hoc vorstellen kann. Manchmal überlege ich mir, wenn ich an Schülerinnen und Schüler denke oder ihnen begegne: Wie wäre deren Leben verlaufen, wenn sie die Ausbildung nicht an unserer Schule gemacht hätten? Welchen Beruf hätten sie ergriffen? Wäre ich diesen Menschen begegnet, oder wären sie mir fremd geblieben?
Ich bin stolz, dass unsere Schule den Schülerinnen und Schülern einen Weg weist, der ein erfülltes Berufsleben ermöglichen kann. Die Rückmeldung vieler Schülerinnen und Schüler zeigt, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben. Sie haben eine hochwertige Ausbildung absolviert, die ihnen jederzeit einen sicheren Arbeitsplatz gewährleistet.
Welche externen bzw. gesetzlichen Veränderungen hatten den größten Einfluss auf die PTA-Ausbildung und welche Herausforderungen und Chancen gehen damit einher?
Die neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die im Rahmen des PTA-Reformgesetzes 2023 in Kraft getreten ist, war sicherlich die markanteste Veränderung in der Ausbildung der letzten Jahre. Der PTA-Beruf gehört zu den Berufen mit Fachkräftemangel. Die Inhalte in der neuen Ausbildungsverordnung wurden so verändert, dass die Betreuung und Beratung hilfesuchender Menschen in den Apotheken mehr an Bedeutung gewonnen hat.
Was zeichnet die Ausbildung an den Ludwig Fresenius Schulen aus und was hebt sie von der Ausbildung an anderen Schulen ab?
Wir, das sind mein Team und ich, bilden an unserer Schule junge Menschen für den überaus verantwortungsvollen Beruf PTA aus. Nicht zuletzt spiegelt sich die hohe Qualität unserer Schule durch unser hochqualifiziertes Personal wider, welches zu regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen gesetzlich verpflichtet ist. Neben Apotheker:innen aus der Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft stehen uns viele Lehrkräfte zur Verfügung, die selbst an unserer Schule die Ausbildung absolviert haben. Respektvoller Umgang, gepaart mit Freude an der Arbeit, lässt uns jeden Tag zusammen die Herausforderungen meistern!
Auch die Schüler:innen sehen sich im Rahmen ihrer Ausbildung mit Herausforderungen konfrontiert. Wie unterstützen Sie und Ihr Team dabei?
Die PTA-Ausbildung ist geprägt von viel Unterrichtsstoff in relativ kurzer Ausbildungsdauer. Um eine regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme am Unterricht zu gewährleisten, erhalten die Schüler:innen von den Lehrkörpern die entsprechende Unterstützung in Form einer engmaschigen Schullaufbahnbegleitung, zum Beispiel durch Reflektionsgespräche, Förderunterricht oder Lerncoaching.
Es ist uns wichtig, dass die Schüler:innen sich bei uns wohlfühlen. Der enge Austausch wird daher nicht nur bei schulischen Problemen gewünscht. Wir sind für unsere Schüler:innen immer ansprechbar und da!
Welche Tipps geben Sie jungen Menschen, die daran interessiert sind, eine PTA-Ausbildung zu machen?
Um einen Einblick in die Arbeit als PTA zu erhalten, hilft ein Praktikum in einer Apotheke. Dazu bietet sich das vorgeschriebene Schulpraktikum an. Hier stehen wir auch bei der Suche nach einer Praktikumsstelle gerne zur Verfügung. Interessierte können als Gasthörer:innen den Unterricht besuchen. Dazu gibt es drei Tage „des offenen Unterrichtes“ an unserer Schule, an denen man einen Einblick in unsere Arbeit gewinnen kann. Auch individuelle Besuchstermine sind nach Absprache möglich.
Die Ausbildung beginnt bei uns immer am 1. September – man kann sich aber jederzeit anmelden. Ausführliche Informationen und Termine findet man auf unserer Homepage oder bekommt sie in einem persönlichen Gespräch. Mein Appell an Interessierte: Bewerben Sie sich und erlernen Sie diesen wunderschönen Beruf!
Was muss man grundsätzlich mitbringen, um PTA zu werden? Und welche Perspektiven eröffnen sich Absolvent:innen nach dem Abschluss der Ausbildung?
Gesetzliche Voraussetzung ist der qualifizierte Sekundarabschluss I (Mittlere Reife) oder ein vergleichbarer Abschluss. Darüber hinaus sollte man Interesse an Naturwissenschaften und Freude an der Arbeit mit Menschen zeigen. Die Ausbildung dauert insgesamt zweieinhalb Jahre. Dabei sind die Schüler:innen zwei Jahre an unserer Schule und nach bestandenem 1. Prüfungsabschnitt für ein halbes Jahr in einer Apotheke. Hier müssen drei Monate in einer öffentlichen Apotheke absolviert werden, der 2. Teil kann in einer Krankenhausapotheke oder in der Industrie erfolgen. Nach dem Praktikum findet der 2. Prüfungsabschnitt statt. Sind alle Prüfungen erfolgreich abgeschlossen, erhält man nach Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und Gesundheitszeugnisses die Berufserlaubnis.
Anschließend kann man in unterschiedlichen Bereichen sein Können zeigen. Mögliche Einsatzgebiete sind neben der öffentlichen Apotheke die Krankenhausapotheke, Versicherungen, die Industrie oder auch die Arbeit an der PTA-Schule. Viele ehemalige Schülerinnen arbeiten heute als Lehr-PTA bei uns. Die Berufsaussichten sind hervorragend, denn PTA gilt als Beruf mit Fachkräftemangel.
Wenn Sie nun einen Blick in die Zukunft werfen: Was wollen Sie in der PTA-Ausbildung an den Ludwig Fresenius Schulen noch verändern? Und was muss sich in Ihren Augen verändern, um noch mehr Menschen für den Beruf zu begeistern?
Das Berufsbild der PTA ist leider in der Gesellschaft noch zu unbekannt. Sicherlich hat dies vielfältige Ursachen. Wir als Schule wollen uns diesem Thema stellen und viele Menschen auf uns und unsere Arbeit aufmerksam machen. Um das Berufsbild der PTA bekannter zu machen, besuchen wir Schulen, Berufsmessen und beraten Interessierte persönlich.
Zum Abschluss: Gibt es noch eine lustige Anekdote aus den 23 Jahren an den Ludwig Fresenius Schulen, bei der Sie heute noch schmunzeln müssen?
Es gibt in jeder Klasse viele schöne Momente, die man nicht vergisst!
Vielen Dank für die ausführlichen Einblicke und alles Gute für die Zukunft, Frau Bach!

